WM
Niederlage der Niederlande trotz Gakpos Tor
Die Niederlande und Marokko trennten sich 1:1 nach Verlängerung, bevor Marokko im Elfmeterschießen mit 13:12 gewann und damit in die K.-o.-Phase der Weltmeisterschaft einzog. Das Spiel in Monterrey sah Cody Gakpo für die Niederlande in der 72. Minute das 1:0 erzielen, doch Issa Diop glich in der 91. Minute aus und erzwang so die Verlängerung.
Cody Gakpos Tor fiel nach einer brillanten Vorlage von Jeremie Frimpong und hob die Stimmung einer niederländischen Mannschaft, die noch immer unter dem Verlust seines totgeborenen Sohnes litt. Der Liverpool-Mittelfeldspieler brach vor Freude zusammen, bevor er in der Verlängerung wegen Krämpfen ausgewechselt wurde – sein emotionaler Einsatz reichte jedoch nicht für den Sieg.
Issa Diops Ausgleich in der 91. Minute belebte Marokko wieder, das in der ersten Halbzeit noch Schwierigkeiten mit dem Spielrhythmus hatte, sich aber steigern konnte. Das erste Länderspieltor des Verteidigers, ein Kopfball nach einer Flanke von Chemsdine Talbi, brachte das Spiel in die Verlängerung und hielt die Hoffnungen Marokkos am Leben.
Marokko dominierte den Ballbesitz in beiden Halbzeiten und hatte in der ersten Hälfte der Verlängerung sogar 85 %. Ihr unermüdlicher Druck trug Früchte, als Talbis Flanke Diop erreichte, der per Kopfball ausglich. Die Atlaslöwen, Afrikameister, hatten zuvor schon Achraf Hakimi an den Pfosten schießen und Bilal Saibari eine klare Torchance vor der Pause vergeben sehen.
Das Elfmeterschießen wurde zum Nervenkitzel. Teun Koopmeiners traf zum 1:0 für die Niederlande, doch Neil El Aynaoui scheiterte für Marokko. Justin Kluivert verschoss, und Quinten Timber sowie Jeremie Frimpong trafen nicht, sodass Marokko durch Saibaris eiskalten Schuss mit 3:2 in Führung ging.
Achraf Hakimi, dessen Elfmeter von Bart Verbruggen zuvor gehalten worden war, traf nur den Pfosten, sodass es nach vier Schützen pro Team 2:2 stand. Die Dramatik hielt an, bis Ismael Saibari den entscheidenden Elfmeter verwandelte und Marokko ins Viertelfinale gegen Kanada schickte.
Ronald Koemans Team, das seit 2006 kein WM-Spiel über 90 Minuten mehr gewonnen hatte, schied damit zum zweiten Mal in Folge in der K.-o.-Phase aus. Der Fluch der Elfmeter, der bereits 2014 und 2022 traf, holte sie erneut in Mexiko ein.
Marokko, das vor vier Jahren im Halbfinale stand, gehört nun zu den Überraschungen des Turniers. Ihre Widerstandsfähigkeit in der drückenden Hitze von Monterrey und ihre Ruhe im Elfmeterschießen standen im Kontrast zur historischen Schwäche der Niederlande von der Strafstoßmarke.
Marokkos WM-Achtelfinale durch Saibaris ruhigen Elfmeter gesichert
Das Spiel fand unter drückender Hitze statt, die Temperaturen im Steel Giant Stadium wurden als unerträglich beschrieben. Beide Teams hatten mit den Bedingungen zu kämpfen, doch Marokko passte sich besser an, kontrollierte das Tempo und schuf mehr klare Torchancen. Wout Weghorst traf zum 2:1 für die Niederlande, doch Marokko glich sofort wieder aus. Das Elfmeterschießen artete in eine Farce aus, als mehrere Spieler – darunter Timber, Frimpong und Hakimi, dessen Schuss nur den Pfosten traf – scheiterten. Mit dem Ausscheiden der Niederlande richtet sich der Blick nun auf ihre nächste Aufgabe. Marokko hingegen bereitet sich auf das Viertelfinale gegen Kanada vor und hat bereits alle Erwartungen in einem engen Achtelfinale übertroffen.